bewegen

Wie wir uns bewegen, sagt viel über uns aus: Bei Mobilität geht es um weit mehr als um Transport oder darum, von einem Ort zum anderen zu kommen. Es geht um unser Bedürfnis nach Teilhabe und Selbstverwirklichung. Aus drei Blickwinkeln schaut NIMIRUM auf die Mobilität der Gegenwart und Zukunft.

Digital bewegen: Digitalisierung und Mobilität zusammendenken – das ist die Zukunft, heißt es. Aber wie muss unsere digitale Infrastruktur dafür aussehen? Und was für ein Mindset brauchen wir für Digital Mobility?

Nachhaltig bewegen: Mobilität und Klimaschutz wirken wie ein ungleiches Paar. Wie gestaltet sich Mobilität im Anthropozän? Wie bewegen wir uns wohin - und was sagt das über unser Interesse an Nachhaltigkeit aus?

Chancengleich bewegen: Mobilität ist der Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe. Aber wie müssen sich Mobilitätsstrategien weiterentwickeln, um unseren vielfältigen Bedürfnissen gerecht zu werden?

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Digital bewegen

In unserer Umgangssprache steht Mobilität für Verkehr: Wir denken an Autos, an vollgestopfte Straßen, vielleicht auch an öffentliche Verkehrsmittel. Dabei ist Verkehr eigentlich nur das Mittel zum Zweck: Wir haben Bedürfnisse und auf der Suche nach Lösungen sind wir darauf angewiesen, unsere Orte zu wechseln, uns wegzubewegen oder zurückzukehren. Die Infrastruktur, die wir brauchen, ist dabei ständig im Wandel. Konnektivität und technische Innovation sind dabei (vielleicht im wahrsten Sinne) Motoren der Mobilität. Aber was bedeutet das konkret? Mobilitätsprofile sind individuell und so entwickeln sich auch manche Mobilitätskonzepte einerseits hin zu stärkerer Individualisierung, andererseits wird angestrebt, den Individualverkehr möglichst gering zu halten. Hier sind nicht nur Städteplaner:innen gefragt sondern ebenso Tech-Creatives, die gemeinsam unsere Art uns fortzubewegen revolutionieren: durch Apps, Plattformen und die Intelligenz autonomer Systeme. Shared Mobility, Ride-Hailing und Mobility on Demand werden zu Schlagwörtern für Mobilitätsdienstleister:innen, die sich insbesondere den verstärkten Datenaustausch in Bezug auf unsere zunehmend intermodale Fortbewegung zunutze machen können. Mithilfe plattformgesteuerter „Mobility as a Service“ sind es nur wenige Klicks von Buchung über Durchführung bis Abrechnung. Sind Infrastruktur, Verkehrsteilnehmer:innen und Fahrzeuge vernetzt, können Bewegungsdaten aufeinander abgestimmt werden, hin zu verbesserter Routen- und Reiseplanung und bedarfsabhängiger Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln.

Intelligente Navigations- und Fahrzeugsysteme wirken nicht nur auf Mobilitätsdienstleistungen oder den öffentlichen Nahverkehr, sondern auch auf Privatfahrzeuge, auf Straßen, Parkplätze und Ladeinfrastrukturen. Was sind die Voraussetzungen für diese Entwicklung und welche digitale Infrastruktur brauchen wir, neben 5G als Standard digitaler Vernetzung? Wie gestalten wir Smart Mobility gerecht für alle – und nicht nur für die, die eh schon vernetzt sind? Welche Regeln brauchen wir in Zukunft, damit wir sicher und effizient von A nach B kommen? Klar ist vor allem eines, und zwar das Ziel: Der Verkehrsfluss soll optimiert werden, damit Staus, Pannen und Unfallrisiken frühzeitig ermittelt, und im besten Fall vermieden werden können. Welche Rolle kann autonomes Fahren bei dieser Entwicklung spielen? Und wie verändern sich mobile Präventionsstrategien, wenn der Mensch als Risikofaktor entfällt? Ist diese Mobilität tatsächlich das, was wir wollen, wenn wir selbst zu passiven Teilnehmer:innen werden? Manch einer:m von uns klingen da vielleicht noch die Verse von Erich Kästner in den Ohren. In seinem Gedicht “Im Auto über Land” beschreibt der Autor und Dichter einen Sonntagsausflug. Das Auto wird Teil eines Lebensgefühls:

An besonders schönen Tagen
ist der Himmel sozusagen
wie aus blauem Porzellan.
Und die Federwolken gleichen
weißen, zart getuschten Zeichen,
wie wir sie auf Schalen sahn.

Alle Welt fühlt sich gehoben,
blinzelt glücklich schräg nach oben
und bewundert die Natur.
Vater ruft, direkt verwegen:
"‘n Wetter, glatt zum Eierlegen!"
(Na, er renommiert wohl nur.)

Tante Paula wird es schlecht.
Doch die übrige Verwandtschaft
blickt begeistert in die Landschaft.
Und der Landschaft ist es recht.\

Erich Kästner, Im Auto über Land

Dass das Auto häufig für Unabhängigkeit und Freiheit steht, stellt Mobilitätsgewohnheiten und -kulturen vor Herausforderungen im Umdenken. Elon Musk ist sich unterdessen sicher: “In 20 Jahren wird sich der Besitz eines Autos, das nicht autonom fährt, anfühlen wie heute der Besitz eines Pferdes.” Das nicht-selbstfahrende Auto als ein Relikt der Vergangenheit - nice to have, aber zu retro für das richtige Leben? Unterdessen drehen sich die drängendsten Fragen zum Thema autonomes Fahren derzeit um Sicherheitsaspekte: Sind wir wirklich bereit, unser Leben in die Hand einer durch Satelliten koordinierten Maschine zu geben und dabei einfach entspannt aus dem Fenster zu schauen? Menschen machen Fehler, aber wie lässt sich die Frage nach der Verantwortung lösen, wenn wir Technik für Unfälle zur Rechenschaft ziehen müssen? Und schließlich kommt ein weiterer wesentlicher Punkt zum Thema Sicherheit und digitale Mobilität dazu, und zwar nicht nur im physischen Sinne: Gerade mit Blick auf Datensicherheit werden kritische Stimmen laut. Verlieren wir durch vernetzte Mobilität unsere Informationshoheit? Tatsächlich kann die Verfügbarkeit von Daten uns zu gläsernen Bürger:innen machen und insbesondere Bewegungsdaten gehören zu den sensibelsten Informationen, die es über uns gibt. Datensicherheit müsste daher bei jeglichen Mobilitätsinnovationen nicht nur als Qualitätskriterium zu betrachten sein, sondern als Mindestanforderung. Auf der anderen Seite bieten Mobilität und Digitalisierung im Zusammenspiel die Chance auf mehr Nachhaltigkeit. Wie kann das – alles zusammen – in der Praxis aussehen?

Die Expert:innen bei NIMIRUM betrachten digitale Mobilität als Querschnittfunktion mitten im Leben: nutzer:innenorientiert, gesellschaftlich relevant und mit Blick auf den Handlungsspielraum von Entscheider:innen.

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Nachhaltig bewegen

Mobilität und Klimaschutz – wie passt das zusammen? Etwa ein Fünftel der Treibhausgasemissionen in Deutschland geht auf den Verkehrssektor zurück. Mit Blick auf die nationalen Klimaziele und die globale Klimakrise ist das ein beachtlicher Anteil, der nach Handlungsstrategien schreit. Zwischen Abgasskandalen, Luftverschmutzung und Staus droht die Lebensqualität zu sinken und allmählich (und hoffentlich nicht zu spät) erkennen Entscheider:innen in Politik und Gesellschaft, was auf dem Spiel steht. Das Auto bleibt dominant und die Motorisierung befindet sich noch weiter auf dem Vormarsch, dabei verspricht die Automobilindustrie den höchsten potenziellen Gewinn an CO2-Einsparungen. Neue Entwicklungen können Hoffnung geben und machen neugierig: Wohin entwickeln sich unsere Mobilitätsprofile und was sagt der Modal Split oder Modal Share über unser Interesse an Nachhaltigkeit aus? Unterdessen geschieht einiges: Unsere Mobilitätsprofile werden immer multimodaler, Fahrräder erobern die Straßen mit Leih- und Mietsystemen in Städten und Sharing-Angebote klettern langsam aus der Nische in den Mainstream. Elektroroller, Freefloater und Public Private Vehicles lassen sich flexibel mieten und abstellen, Startups entdecken bewährte Konzepte von Mitfahrzentralen und Sammeltaxen und entwickeln Apps für moderne Shared Mobility. Der Trend der intermodalen Mobilität geht weiter. Aber können Sharing-Angebote ihre Nachhaltigkeitsversprechen tatsächlich halten? Wie bekommen wir den Mindshift hin zu Nutzen statt Besitzen? Wie ist es außerhalb des urbanen Raums um nachhaltige Mobilitätsinnovationen bestellt? Und wie müssen Chancengleichheit und Mobilität zusammengedacht werden? Je nach Region lassen sich individuelle Autofahrten weiterhin nur schwer durch ökologische und kollektive Alternativen ersetzen. CO2-neutrale Mobilität erfordert bestimmte Infrastrukturen, deren Bedarf je nach Richtung der Transformation variieren kann. Besonders deutlich wird dies mit Blick auf alternative Antriebstechnologien wie Brennstoffzellen, E-Mobility und E-Fuels. Aber auch hier tut sich was: Zunehmend treten Projekte auf den Plan, die Elektromobilität im ländlichen Raum fördern wollen. Klar ist aber auch: Elektroautos schaffen die Klimaziele im Mobilitätsbereich nicht alleine. Indes macht die Forschung wichtige Schritte in Richtung neuer Antriebsoptionen: Auf die richtige Art und Weise eingesetzt, können diese Technologien dazu beitragen, unsere CO2-Emissionen im Verkehrsbereich herunterzufahren. Wir haben nicht viel Zeit. Umso wichtiger, aber auch schwieriger ist es, Akteur:innen aus Verkehrssektor und Energiesektor zusammenzudenken. Wie kann das gehen? Und sind die Technologien, die wir kennen, globalökologisch tatsächlich so unbedenklich, wie angenommen? Wie können wir von nachhaltiger Mobilität sprechen, wenn wir für Elektrobatterien und Speichertechnologien riesige Landstriche und Lebensräume zerstören müssen? Ist Cradle-to-Cradle in Zeiten des Anthropozäns möglicherweise bereits zu spät? Wie können wir nicht nur das Design stofflicher Kreisläufe ändern, sondern auch ein neues Denken in Bezug auf Mobilität erlernen? Während einige Konzepte dezidiert als Übergangstechnologien bezeichnet werden, umfasst (nachhaltige) Mobilität auch noch einen weiteren Sektor: den Tourismus. Nach Angaben der UNWTO wurden im Jahr 2018 weltweit über 1,4 Milliarden grenzüberschreitende Reiseankünfte gezählt. Tourismus trägt zu Klimaveränderungen und zur Ausbeutung von Ressourcen bei und ist zugleich von diesen Entwicklungen betroffen. Was wir häufig ausblenden: Auch im Urlaub tragen wir soziale und ökologische Verantwortung. Viele entscheiden sich aus Flugscham mittlerweile für eine Bahnreise statt fürs Jetsetten nach Übersee – denn je langsamer wir reisen, desto nachhaltiger ist es. Entschleunigung, ist es nicht auch das, worum’s im Urlaub geht? Sanfter Tourismus und sanfte Mobilität sind hier wichtige Stichwörter: Ziel ist es, so wenig wie möglich auf die bereisten Orte einzuwirken, die Natur intensiv und ursprünglich zu erleben und sich den lokalen sozialen und kulturellen Gegebenheiten möglichst anzupassen. Leave nothing but your footprints. Dass nicht alle Menschen die Zeit und die Ressourcen für diese Art der nachhaltigen Erholung haben, liegt auf der Hand. Wie lässt sich das ändern? Alternative, gemeinschaftliche Mobilitätskonzepte vor Ort, Anreizsysteme und CO2-Kompensation von Flügen können nur der Anfang sein. Und am Ende steht die Chance, dass nachhaltige Mobilität uns allen zu Gute kommt: weniger Lärm, weniger Schadstoffe, mehr Klimaschutz.

Die Mitglieder der NIMIRUM Expert Community begreifen nachhaltige Mobilität wissenschaftlich, praktisch und aus der Perspektive verschiedener Branchen und Länder. Sie wollen mehr erfahren?

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Chancengleich bewegen

Mobilität kostet uns alle unterschiedlich viel - und das nicht nur im monetären Sinne. Durch die Art, wie wir uns fortbewegen (können), unterscheiden wir uns voneinander, grenzen uns voneinander ab und finden vielleicht auch wieder zusammen. Dazu ein kleiner Blick in die Geschichte: Mobilität wurde lange Zeit nur aus Sicht der Autofahrer:innen gedacht. In den 1950er Jahren galt die autogerechte Stadt als Maßstab funktionaler Innovation. Stellt sich heraus: Ist gar nicht so funktional. Zumindest für einen Großteil der Bevölkerung ist das sogenannte Fordistische Stadtmodell ziemlich unpraktisch. Nicht jede:r verfügt über ein Auto als verkehrspolitisch-konzeptionellen Anschluss an Mobilität und noch längst nicht überall ist vor jeder Haustür eine Haltestelle des ÖPNV eingerichtet. Dabei ist Mobilität eine Voraussetzung für Inklusion, Partizipation und gesellschaftliche Teilhabe: Wohnung, Arbeitsplatz, Schulen, Geschäfte, ärztliche Versorgungsmöglichkeiten – all das muss für alle möglichst gleich gut erreichbar sein. Ungleichheit gibt es hier sowohl mit Blick auf die Nutzungschancen aller Verkehrsteilnehmer:innen, als auch bei der Betroffenheit durch die externen Effekte von Verkehrsprozessen. Damit ist gemeint: Je nach sozialer Lage bekommen wir die Risiken der Mobilitätswirtschaft unterschiedlich stark zu spüren. Das heißt auch: Unsere Lebensqualität wird unterschiedlich stark beeinträchtigt, jenachdem, wo wir entlang der Sozialstruktur verortet sind. Was tun, mit diesen Gerechtigkeitslücken? Wie können Stadtplanung und Mobilitätsentwicklung für mehr Chancengleichheit hier möglichst Hand in Hand gehen? Wie kann es ein inklusives Mobilitätskonzept tatsächlich aus der Schublade auf die Straße schaffen? Und welche Rolle spielt unsere Selbstbestimmung dabei? Mit Blick auf Mobilität eine große: Mobilität ist nicht nur der Weg, Chancen wahrzunehmen und sich selbst zu verwirklichen, sondern auch schon selbst Teil dieses Prozesses und unserer Biographie. Klar ist, dass sich gesellschaftliche Teilhabe aktiv durch die Förderung der Inklusion durch Mobilität gestalten lässt. Barrierefreie Mobilität, inklusive Sozialräume und barrierefreies Planen sind hier wichtige Schlagwörter. Und dann die Frage: Wie können diejenigen, die von vorherrschenden Konzepten weniger benachteiligt sind, ihre individuellen Mobilitätsbedürfnisse anpassen und aus alten Mustern heraustreten, für das große Ganze, für die Gleichberechtigung aller? Wie gestaltet sich eine bedürfnisgerechte Mobilität für alle bei insgesamt weniger Verkehr? Studien zeigen: Tatsächlich können Mobilitätsdienstleistungen sozial exklusiv wirken, wenn sie zu stark auf Vernetzung setzen , die aktuell noch nicht in alle gesellschaftlichen Milieus vorgedrungen ist. Hier kommt die Kehrseite von “Mobility as a Service” zum Vorschein, in Form von negativen sozialen Folgeeffekten. Hinzu kommt schließlich noch eine weitere Bedeutung des Mobilitätsbegriffs: Mobilität auf sozialer Ebene betrachtet meint ebenfalls Bewegung, aber in Form von sozialem Auf- oder Abstieg. Der einst gepriesene American Dream ist eine selten gelebte Realität. Ausschlaggebend für Karriere, Bildungschancen und Aufstiegsmöglichkeiten sind unterdessen die Startchancen von Kindern und Jugendlichen. Hier hinkt Deutschland im Ländervergleich stark hinterher, dabei zeigen Studien, dass die geringen sozialen Mobilitätschancen sich nicht nur individuell, sondern auch wirtschaftlich und politisch negativ auswirken. Wie können wir dafür sorgen, dass die soziale Lage, aus der Menschen kommen, nicht über ihre gesellschaftliche und politische Teilhabe und über ihre Zukunft entscheidet? Wie lässt sich dieser Grundstein der Demokratie stärken, nicht nur auf Papier und in der Theorie sondern ganz konkret?

Chancengleich, diskriminierungsfrei, divers: Die Mitglieder der NIMIRUM Expert Community begreifen Mobilität und Chancengleichheit wissenschaftlich und praktisch. Als Forscher:innen und Branchenexpert:innen werfen sie unterschiedliche Schlaglichter auf aktuelle Debatten und machen Lösungen sichtbar. Sind Sie neugierig geworden?

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Unsere Themen hängen zusammen. Hier weiterlesen:

ARBEITEN

Arbeiten ist ein zentraler Lebensbereich. Vieles hängt an der Frage, ob wir Arbeit haben. Und dann auch: wie wir arbeiten. NIMIRUM schaut aus drei Perspektiven auf die neue Arbeitswelt. Digital arbeiten:(/arbeiten/#digital-arbeiten) Pioniere der neuen New-Work-Bewegung sehen die Digitalisierung des Arbeitens als große Chance für besseres Arbeiten. Ist Arbeit 4.0 wirklich anders? Oder arbeiten wir einfach nur mit neuen Tools und Workflows? Nachhaltig arbeiten:(/arbeiten/#nachhaltig-arbeiten) Corporate Social Responsibility fristete lange ein Schattendasein in den Schaltzentralen von Unternehmen. Mit Klimakrise und EU Green Deal nimmt das Thema an Fahrt auf. Ist die Zeit von “Greenwashing” jetzt vorbei? Divers arbeiten:(/arbeiten/#divers-arbeiten) Diversity am Arbeitsplatz ist ein großes Thema. Ebenso: Chancengleichheit bei Ausbildung und Beruf und faire Bezahlung. Die soziale Frage in der Arbeitswelt prägt viele Debatten. Wie ungleich ist die Arbeitswelt heute - und wie können wir das ändern? Fragen Sie eine:n Historiker:in, eine:n Soziolog:in, eine:n Psycholog:in oder eine:n Organisationsforscher:in, werden Sie vier Perspektiven bekommen. Fragen Sie Arbeitnehmer:innen und Selbstständige, zwei weitere. Die Multiperspektivität, die wir mit unserer Expert Community bereitstellen können, ist ein Vorteil, um komplexen Fragen der Gegenwart auf die Schliche zu kommen. Die Fähigkeit, komplexe Themen so zu erzählen, dass Sie nachhaltig wirken, ist eine andere. Anja Mutschler und Ihr Team betreuen wissensorientierte Entscheidungsfindung & Kommunikation.

KONSUMIEREN

Leben wir noch in einer Konsumgesellschaft? Kann es eine Post-Wachstumsgesellschaft aber überhaupt geben? Unser ganzes Gesellschaftssystem ist um das Angebot-und-Nachfrage-Prinzip aufgebaut. Konsumieren stammt von consumere, lateinisch für etwas verbrauchen. Tatsächlich ist die (Nicht-)Nachhaltigkeit unseres Konsums einer der größten Zankäpfel unserer Tage. Nachhaltig konsumieren:(/konsumieren/#nachhaltig-konsumieren) Bewusst zu konsumieren gehört zu den Insignien einer wachsenden kritischen Käuferschaft. Als Hipster oder Ökofreaks verschrien, hat diese Konsument:innengruppe insbesondere im Lebensmittel- und Fashionbereich mittlerweile großen Einfluss auf das Angebot. Nicht immer stimmen Anspruch und Wirklichkeit überein, Stichwort Billigfleisch. Digital konsumieren:(/konsumieren/#digital-konsumieren) Der größte Gewinner dieser Tage ist der Online-Handel - ein Satz, gültig seit etwa x Jahren, als der digitale den analogen Handel überholt hat. Im Grunde aber ist der digitale Handel auch schon wieder alt, geprägt von den Anforderungen Wegwerfgesellschaft der (Stichwort: Retouren, Preiskampf, Verfügbarkeit). Was kommt als nächstes? Drohnen in Städten? Oder doch eher ein Versuch, auch digital bewusst konsumieren zu lernen? Divers konsumieren:(/konsumieren/#divers-konsumieren) Wer hat, der hat. Der Materialismus kennt keine Gnade. Konjunkturprogramme der Politik, wie wir sie gerade erleben, belohnen den Konsum. Und nur, wer viel Geld hat, kann viel konsumieren. Auch vor dem Hintergrund der Chancengleichheit wäre weniger Konsumfixierung wünschenswert. Zu konsumieren ist aber einfacher als nicht zu konsumieren. Und wer nichts hat, will mehr haben. Deshalb gehört zu einer Teilhabediskussion auch die Frage, wie viel Konsum wir denen, die nicht so viel haben, eigentlich zugestehen. Seit Hartz-IV: nicht mehr viel. Ist das richtig? Und wie nachhaltig kann Konsum für alle überhaupt sein?