Corona-Virus: Die „unsichtbare Hand“ von Adam Smith hat versagt

Die „unsichtbare Hand“ des berühmtesten Vertreters der klassischen Nationalökonomie, Adam Smith, hat komplett versagt.

Sie war nur solange erfolgreich, solange die „sichtbare Hand” des deutschen Wohlfahrtsstaates für Stabilität und Ordnung gesorgt hatte. Nun fordern angesichts der Corona-Krise zahlreiche Unternehmer finanzielle Unterstützungen vom Staat. Es sind dieselben Unternehmer, die zuvor eine Einmischung des Staats in die Wirtschaft als unerwünscht abgeschüttelt hatten.

In der aktuellen Krise wird deutlich: Adam Smith sprach deshalb von einer “unsichtbaren Hand“, weil es eine derartige Hand nicht gibt! Sie war niemals existent!

Beispielsweise hat die Bankenrettung in Deutschland jede Familie 3.000 Euro gekostet. Ohne die leistenden Hände und Köpfe der Steuerzahler (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) und dem Staat, wären vor allem die West LB, Sachsen LB, HSH Nordbank, LBBW, Bayern LB, Hypo Real Estate und IKN Pleite gegangen. Von einer „unsichtbaren Hand“ war im Verlauf der Banken-Krise weit und breit nichts zu sehen.

Es ist bemerkenswert, dass sich zahlreiche Unternehmer und Banker in Zeiten ihrer wirtschaftlichen Blüte durchgehend auf die freie Marktwirtschaft und Adam Smith berufen, um staatliche Eingriffe zu verhindern, sich aber in Zeiten der Krise bettelnd an den Staat wenden, um von ihm und den Steuerzahlern gerettet zu werden.

In einer Krisen-Situation sind staatliche Eingriffe plötzlich erwünscht und willkommen - aber eben nur dann, wenn Unternehmer und Banker finanzielle Vorteile dadurch erlangen können.

Vergessen Sie von nun an die Wirtschaftstheorien der Chicago School, Österreichischen Schule, Freiburger Schule, aber auch die marxistische Wirtschaftstheorie. Wir werden nach der Corona-Krise in eine neue Ära eintreten, in der nicht mehr Marktmechanismen über unser Gesundheitswesen bestimmen werden.

Das Corona-Virus hat uns deutlich vor Augen geführt, wie gefährlich es ist, Bürger als Kunden und den Staat als Unternehmen einzustufen.