COVID-19: Neben dem Coronavirus gehen auch die Fake News viral

Fake News gibt es schon lange, jedoch unterscheidet sich momentan die Geschwindigkeit als auch das Ausmaß der Verbreitung.

Warum ist das so?

Die Nachrichtenlage ändert sich täglich rasant, nie zuvor dagewesene Ereignisse, schüren Verunsicherung. Die Menschen wollen sich schnell informieren.

Weltweit ist das neue Coronavirus als Pandemie angekommen, kein Land wird verschont bleiben. Fake News Verbreiter können also u.a. durch gute maschinelle Übersetzungsprogramme ihre Lügen global viral verbreiten.

Warum sind Fake News gerade in der Coronakrise so gefährlich?

Fake News haben in der Coronakrise das Potenzial, ernsthaften gesundheitlichen Schaden anzurichten, z.B. durch lebensbedrohliche Fehlentscheidungen. Oft sind sie so aufgebaut, dass die seriösen Fakten leicht verdreht werden oder Tipps beinhalten, die bei nicht genauem Hinterfragen bei anderen gesundheitlichen Problemen bereits Anwendung finden. Das Beispiel des Trinkens von Chloroxid, welches durch den Autor Rainer Taufertshöfer kursierte, zeigt wie gefährlich so eine Fake News sein kann. Chlordioxid ist ein Desinfektionsmittel zum Bleichen von Textilien.

Wer es trinkt kann Mund, Rachen und Speiseröhre verätzen. Die Verbreitung über die sozialen Medien oder andere Quellen im Internet ist deshalb so erfolgreich, weil sich immer mehr Menschen hauptsächlich hier informieren.

Dabei sehe ich gerade jetzt eine Chance für etablierte Medien. Niemals war die Möglichkeit größer, den Menschen zu veranschaulichen, was eine glaubwürdige Quelle ausmacht.

Auf die seltenen Hinweise von den sozialen Medien selbst, wie zum Beispiel Facebook oder Instagram, ist in der jetzigen Krise nicht zu bauen. Ein erster Ansatz zum Überprüfen von News sind der faktenfinder der tagesschau.de oder Mimikama.at aus Österreich. Teils kommt auch schon künstliche Intelligenz zum Einsatz, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte.

Die Chance der etablierten Medien liegt im Aufklären von Fake News im großen Umfang und dem Streuen von tagesaktuellen Fakten.

Das kann nur gelingen, wenn Qualitätsjournalismus sich im Stil noch weiter anpassen und medien- und zielgruppengerechte Fakten aufbereitet werden. Zielgruppe wären hier die Gruppe der Menschen, die sich weitestgehend oder nur noch über die sozialen Medien informieren. Wenn die ersten Neuigkeiten guter, seriöser Medien und Inhalte auf WhatsApp viral gehen, dann haben wir gewonnen. So kann auch auf Bezahlinhalte endlich aufmerksam gemacht werden. Den Lesern allein die Verantwortung für das Auswählen der Medien zu geben halte ich nicht mehr für zeitgemäß.