Menü
Kontakt

Test Recherche-Tool: ReportLinker
#22 11/06/2015 Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten.

Aufstiege in die Höhen des Wissens – ganz ohne Verlaufen?

Nicht nur Sokrates wusste, dass er im Grunde genommen nichts weiß. Jeder Wissenschaftler kennt das Gefühl der Überwältigung angesichts der Berge neuer Forschung, die sich überall auftürmen. Ein Hilfsmittel bei dieser Gipfelbesteigung liefert der englischsprachige Guide ReportLinker, eine Suchmaschine speziell für Studien und Statistiken. Das Versprechen der Seite besteht primär darin, schneller ans Ziel zu führen. Bei dieser Suche kann man relativ flink die ersten Ergebnisse vorsortieren und nach Industrie, Land und teilweise sogar Unternehmen filtern. Die Quellen sind allerdings dieselben, die man in der freien Suche auch ansteuern würde: Ein Großteil der Wissenslieferanten sind Regierungen, Statistik-Ämter, Gewerkschaften etc. Darüber hinaus gibt es aber auch nicht-öffentliche Publikationen, die sich kostenpflichtig auf der Website abrufen lassen.

Die Rahmenbedingungen

Wie die meisten guten Wissensdienstleister ist ReportLinker nicht kostenlos. Und wie so oft gibt es unterschiedliche Zugangslevel. Wer nur einmal testweise Höhenluft schnuppern will, kann für 69 Euro einen Tageszugang erwerben. Der erlaubt es, 24 Stunden lang unbeschränkt öffentliche Reports runterzuladen und ein erstes Gefühl für das Tool und seine Sherpa-Fähigkeiten zu bekommen. Der Monatszugang rechnet sich schon ab dem zweiten Recherchetag: Er kostet 89 Euro, die Leistungen beschränken sich ebenfalls auf öffentliche Reports. Wer Lust hat auf die beschränkt zugänglichen Studien, die meist wesentlich ausführlicher sind, der muss deutlich tiefer in die Tasche greifen – und sich, je nach Studie, vielleicht auch vom Assistenten Sauerstoff geben lassen. Im „Pay-as-you-go“-System zahlt man gesondert für jeden Report, den man nach dem Lesen einer ersten Zusammenfassung für relevant hält. Wie allgemein üblich kostet das dann in den wenigsten Fällen einen zwei-, in den meisten einen vierstelligen Betrag.

Die NIMIRUM-Anwendungstipps

Einen ersten Überblick über die wichtigsten Fakten und Zahlen, die relevanten Unterthemen, die wichtigsten Regionalmärkte und ein paar Top-Player erhält jeder kostenlos schon in den Essays, die jeder Fragestellung vorangestellt sind und durch Verlinkungen auf die Reports verweisen. Es gibt fünf große Themenblöcke, auf die sich ReportLinker konzentriert: Agribusiness (einschließlich Nahrung, Tabak und Restaurants), Consumer Goods, Heavy Industry, Hi-Tech [&] Media, Life Sciences sowie Services, aufgeteilt in Konsumentenservice, Finanzdienstleistung, Tourismus/Freizeit und Business Services. Matroschka-ähnlich kann man diese Überthemen immer weiter abspecken lassen, bis man sich über die verschiedenen Themenbäume ans Ziel geklickt hat. Nutzt man nicht die Wort-Suche, sondern geht tatsächlich über diese Themenbäume, schärft das ganz nebenbei auch den Blick für angrenzende Themenbereiche. Und hilft, einen Überblick zu bekommen: In welchen Bereichen herrschen eventuell Forschungslücken, welche Themen tummeln sich gerade im Fokus des Interesses und welche Entwicklungen stehen in den unterschiedlichen Bereichen an? Man erinnert sich an das gute, alte Suchen vor dem Google-Schlitz ...

Die Essays am Anfang jeder Themenseite sind nicht zu unterschätzen: Wer sich für Trends in der Freizeitindustrie interessiert, ist nach nur wenigen Klicks bei der Erkenntnis angelangt, dass in China das Geschäft mit Lotterien boomt, in globaler Hinsicht die Erfolgsgeschichte der Computerspiele noch lange nicht abgeschlossen ist und es einiges zu lernen gibt, was das Verhältnis der Amerikaner zu ihren Vergnügungsparks angeht. Außerdem erhält man Links zur Internetpräsenz der wichtigsten Industrievertreter oder Autoritäten in diesem Bereich und kann diese als Aufhänger für die eigene Recherche nutzen.

Unser Fazit

Erste Zahlen, relevante Anhaltspunkte und lohnenswerte Impulse bekommt man kostenlos auf ReportLinker. Für den Anfang ist das nicht schlecht. Die vertiefte Recherche in alles, was in der Welt der Forschung und des Wissens im Fluss ist, in die entscheidenden Einzelheiten führt und wegweisende Einschätzungen enthält, ist nicht umsonst zu haben -- wie überall anders auch. Immerhin hat schon Benjamin Franklin gewusst: „Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.“

NIMIRUM recherchiert Trendthemen, Märkte und Branchen für Agenturen und Unternehmen in 50 Ländern. Ihre Ansprechpartnerin für strategische und individuelle Projekte ist die Inhaberin von NIMIRUM, Anja Mutschler. Sie erreichen sie hier und per Telefon 0341/ 580 680 73.

NIMIRUM auf FacebookNIMIRUM auf TwitterAnmeldung zum Infoletter

Wir empfehlen Ihnen folgende Zitierweise:
NIMIRUM: „Test Recherche-Tool: ReportLinker”, unter: https://www.nimirum.info/insights/b_022-test-recherche-tool-reportlinker/ (abgerufen am 7/12/2018).

Ein Thema, mit dem Sie beruflich zu tun haben?


Anja Mutschler

Anja Mutschler

Managing Partner

Dann helfen wir Ihnen, auf dem Laufenden zu bleiben. Nimirum bespielt fundiert eine Bandbreite an Themen, die für Menschen und Märkte derzeit interessant sind. Abonnieren Sie unseren Infoletter, der Ihnen regelmäßig alle Insights zusammenfasst. Oder buchen Sie eine Research von Nimirum, die Ihnen komplett und maßgeschneidert dieses Thema aufbereitet. Schauen Sie hier, was wir im Angebot haben oder kontaktieren Sie Anja Mutschler direkt als Ihre Ansprechpartnerin für Research-Projekte.

Kontakt mit Anja Mutschler

Dieser Artikel ist ihnen etwas wert:

Diesen Artikel bewerten:

Weitere verwandte Artikel lesen


Reporting for Change: Wie CSR-Berichte ein Unternehmen verändern #223 – 22/10/2018

In diesem Jahr sind Unternehmen erstmals dazu verpflichtet eine nicht-finanzielle Erklärung zu den sozialen und ökologischen Dimensionen ihrer Arbeit abzugeben – eine Neuerung die für viele betroffene Unternehmen nur als zusätzliche Arbeit gesehen wird. NIMIRUM-Expertin Kerstin Hermuth-Kleinschmidt zeigt, wie aus dem CSR-Bericht statt leidiger Verpflichtung ein direkter Mehrwert für das Unternehmen wird.

„Nachhaltige Vernetzung nötig“ – Demenznetzwerke.de im Gespräch #215 – 28/11/2017

Der Patient von heute informiert sich online: Eine neue Gattung Gesundheitsportale ist dabei entstanden, die nicht nur den Patienten, sondern immer häufiger auch andere Anspruchsgruppen informiert: Politik, Pharmaunternehmen, medizinische Start-Ups, Krankenkassen. NIMIRUM nimmt die neuen Spezialportale unter die Lupe, in Folge 2: Demenznetzwerke.de.

„Informativ nicht investigativ“ - Leafly.de im Gespräch #198 – 4/08/2017

Der Patient von heute informiert sich online: Eine neue Gattung Gesundheitsportale ist dabei entstanden, die nicht nur den Patienten, sondern immer häufiger auch andere Anspruchsgruppen informiert: Politik, Pharmaunternehmen, medizinische Start-Ups, Krankenkassen. NIMIRUM nimmt die neuen Spezialportale unter die Lupe, in Folge 1: Leafly.de, das über medizinisches Cannabis informiert.

Future of Finance: Rebellion der Schalterschlange #197 – 26/06/2017

Maik Klotz, eine Art Supercoach der Bankenwelt, hat sein Image weg. Eines, das er sich jedoch selbst gegeben hat: Rebell mit Tattoo, Quertreiber auf der Bühne, Non-Konformist in einem konservativen Gewerbe – das, so betont er während des Themenboost-Interviews von NIMIRUM, endlich aufwachen müsse und anfangen, seine Kunden „zu verstehen“.

Future of Finance: Fintechs – Vorsicht am Bahnsteig! #196 – 20/06/2017

Über Fintechs wird viel geredet. Große Erwartungen sind mit den kleinen Apps verbunden: Eine Revolution des Finanzwesens und unseres Geldes. Doch beim Geld ist immer etwas mehr Vorsicht geboten. Banken und Aufseher nehmen Fintechs nicht nur wegen ihrer Chancen ernst. Viele haben Sorgen, dass der Zug beim Anrollen einen zu starken Sog entwicklen könnte, gerade für Nachzügler wie Deutschland.

Future of Finance: Brauchen wir Nachhaltigkeit? #195 – 7/06/2017

"Nachhaltigkeit" kostet ein Unternehmen nur Geld und gehört hauptsächlich in die PR- und Marketingabteilung. Ein Betrieb muss zuallererst Gewinn machen, bevor er sich diesen "Luxus" leisten kann. Diese Aussage werden wohl immer weniger Firmenchefs unterschreiben.

Future of Finance: 7 Thesen zur Digitalisierung von Banken #194 – 6/06/2017

Warum sehen Banken die Digitalisierung nicht als echte Chance und weigern sich tiefgreifende Veränderungen zu unternehmen, um zukunftsfähig zu sein? Die 7 Thesen sind Erklärungsversuch und Diskussionsgrundlage für dieses komplexe und vielschichtige Thema.

„Freiheit, nicht Überwachung!“ – Cornelia Daheim im Gespräch #191 – 20/03/2017

NIMIRUM befragte im Rahmen seines Themenboosts mit Cornelia Daheim eine der weltweit führenden Zukunftsforscherinnen zu New Work im Hinblick auf Inklusion, und was das ihrer Meinung nach mit Freiheit und Überwachung zu tun hat.

Wie New Work und Altern jetzt zusammengehören #190 – 15/03/2017

Prof. Kunze thematisiert den demographischen Wandel in Unternehmen. Mit einer Studie untersucht er den Zusammenhang zwischen gefühltem Alter und Produktivität, welcher letztendlich auch bestätigt werden kann. Gefühltes Alter wird am Arbeitsplatz durch ein angenehmes Arbeitsumfeld und sinnvolle Aufgaben positiv beeinflusst.

Logistik und New Work: Retten Sie den Menschen? #189 – 14/03/2017

So viel Logistik war nie: Für 2016 werden neue Rekorde gemeldet. Auch der Online-Handel legt weiter kräftig zu, doch es gibt ungelöste Probleme. Vor allem seine "letzte Meile" zum Kunden bleibt kostenintensiv, weil sie kaum ohne menschliche Arbeit zu schaffen ist. Die meisten debattierten Innovationen scheinen darum auf technische Lösungen fixiert. Doch was den Menschen ausblendet, wird scheitern.