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Kulturcheck No. 9: Ice cream, gelado, lody, aisu kuriimu – der weltweite Eis-Check
#38 4/01/2017 Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten.

Speise-Eis weltweit: Die Eis-Vorlieben unterscheiden sich, und Eisrezepte sind so verschieden wie Schoko und Vanille. Andere Kulturen, anderes Eis. Wie sieht das aus? Unser Kulturcheck: elf Begriffe und Bräuche im Überblick.

Eiscreme, Ice cream, glace, gelado, helado, gelato, bīngqílín, моро́женое, lody, aisu kuriimu – überall auf der Welt kennt man Speiseeis. Obwohl man in Deutschland Speiseeis immer irgendwie mit Italien verbindet, wurde das erste Eis der Welt vermutlich in China hergestellt und war eine Verbindung aus Gletschereis und Fruchtmus. Die ersten Rezepte für Milcheis stammen aber tatsächlich aus Italien.

Eine Meinungsumfrage vom Juni 2014 ergab, dass 55 % der Bundesbürger Eis aus dem Hörnchen bevorzugen, das mit Sahne (26 %) garniert ist. Während in Deutschland generell Schoko, Vanille, Erdbeer und Zitrone die beliebtesten Sorten sind und nur im Spreewald auch Gurkeneis angeboten wird, findet man in Frankreich auch mal häufiger so exotische Sorten, wie Kaktus, Tomate oder Karotte.

In Japan ist hingegen Aloe-Eis, Wasabi-Eis und Grüntee-Eis sehr beliebt. In Venezuela bevorzugt man als Eissorten „Spaghetti Bolognese“ und „Sardinen in Weinbrand“ und in Mexiko ist Mais-Eis und „Käse mit Kokos“ keine Seltenheit. In den USA gibt es sogar Speiseeis mit der Geschmacksrichtung Knoblauch. Und in Spanien hat ein Physiker jetzt Eis entwickelt, was die Farbe wechselt.

In Asien würzt man das Eis gerne mit Kräutern oder serviert gleich Austern-Eis oder Shrimps-Eis mit Sojasprossen. Inzwischen experimentieren aber auch in Deutschland schon viele Eisdielen mit neuen Geschmacksrichtungen, wie Holunderblüte oder Mohn-Marzipan. Und das würden die Menschen in Asien genauso seltsam finden wie wir ihre Sorten.

Weltmeister im Eisessen sind übrigens die Finnen. Mit knapp 13 Litern Speiseeis pro Jahr und Person  liegen sie weltweit an erster Stelle. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Schweden und Dänemark. Obwohl alle drei Länder keine Hitzerekorde aufstellen, ist ein erfrischendes Eis hier sehr beliebt. Deutschland belegt mit fast 8 Litern pro Jahr den fünften Rang und liegt damit noch vor Italien.

Auch in der Zubereitung hat jedes Land seine eigenen Vorlieben:

  • Aus den USA stammen mit die besten Eiskochbücher. Das erste Eis am Stiel hat sich 1923 ein US-Amerikaner patentieren lassen, nachdem ihm zufällig Limonade mit einem Löffel über Nacht gefror.
  • Die Eisdielen in Belgien haben das ganze Jahr hindurch geöffnet. Eis gibt es in im Hörnchen oder zusammengedrückt zwischen zwei flachen Waffelkeksen.
  • Die beliebte Eismarke Neuseelands, TipTop, wird zwar in jedem kleinen Diarie-Kiosk als Kugel oder am Stiel angeboten, der wahre Renner ist aber das hausgemachte Eis in den Restaurants.
  • Die riesigen Eisbecher in Marokko aus selbstgemachtem Eis mit vielen Früchten sind für Deutsche Verhältnisse recht billig, aber unter den Einwohnern eher ein Luxus.
  • In Thailand hingegen macht man sich Eis lieber aus Getränken selber. Besondere Spezialitäten sind dort das frittierte Eis, das gespachtelte Eis und das Bohneneis.

Voilà, unser Tipp für die sommerliche Reisezeit. Und für Geschäftskunden, die sich beruflich mit Eis beschäftigen (dürfen), haben wir noch einen zweiten: Nutzen Sie den Kulturcheck und optimieren Sie Ihre internationale Kommunikation.

Oder bewerben Sie sich als Experte für Sprache und Kultur für unser Netzwerk. Diese und andere Fragen checken wir für unsere Kunden. Yummy!

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Wir empfehlen Ihnen folgende Zitierweise:
NIMIRUM: „Kulturcheck No. 9: Ice cream, gelado, lody, aisu kuriimu – der weltweite Eis-Check”, unter: https://www.nimirum.info/insights/b_038-kulturcheck-no8-ice-cream-gelado-lody-aisu-kuriimu-der-weltweite-eis-check/ (abgerufen am 7/12/2018).

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Christophe Fricker

Dr. Christophe Fricker

Managing Partner

Dr. Christophe Fricker puts research in touch with industry – and vice versa! At NIMIRUM, he creates structures for collaborative research. Staying in touch with a variety of research funder is an important part of his work. As NIMIRUM’s managing partner, he enjoys his daily work of providing companies with the knowledge they need, in coordination with his team of experts. Christophe received his doctorate at the University of Oxford. He taught and conducted research for four years at Duke University, and for two years at the University of Bristol. Today, he is responsible for NIMIRUM’s expert profile and the shape and substance of many research projects.

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