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Neues Pitchverfahren gibt sich mit Beta-Version zufrieden
#67 4/01/2017 Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten.

Bessere Pitches - oder bessere Pitchverfahren? Untermehmen und Agenturen investieren immer wieder Zeit und Energie in das Pitchverfahren. Eine Einschätzung von Dr. Christophe Fricker

von Dr. Christophe Fricker

Die klassische Pitchphase ist irgendwie nötig, aber für alle unbefriedigend. Unternehmen wollen einen Dienstleister finden und müssen aussuchen. Agenturen bewerben sich und müssen möglichst schnell möglichst kompetent erscheinen. Am Ende gewinnt einer, und alle anderen Agenturen haben viel Energie verschwendet. Und das Unternehmen hat mit dem Prozess wahrscheinlich viel Zeit verbracht, die es lieber anders investiert hätte.

Bessere Pitches – oder bessere Pitchverfahren

Nun stellt sich die Frage: Geht das nicht auch anders? Kann man sich das viele Koffein nicht irgendwie sinnvoller einflößen? Oder eine Extrarunde mit dem Agenturhund drehen, statt spät abends immer noch zu googeln? Zwei Wege bieten sich an, einer für Agenturen, einer für Unternehmen.

Agenturen können in noch größerem Maße als bisher auf Dienstleister zurückgreifen, die ihnen beim Erstellen eines Pitches unter die Arme greifen. Hier bei NIMIRUM gehört diese Arbeit zu unserem Kerngeschäft. Wir liefern Agenturen rasch und zuverlässig Wissen über eine Branche oder einen Markt, und dieses Wissen fließt dann in den Pitch ein. Das funktioniert gut, wie die Pitchgewinne unserer Kunden beweisen.

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, das Verfahren nicht zu verbessern, sondern ein anderes Verfahren einzuführen. Der kanadische Markt experimentiert mit einer Art Speed-Dating zwischen Unternehmen und Dienstleistern. Das Pitchverfahren dauert nicht mehr Wochen, sondern nur noch Stunden. Das Experiment läuft schon eine Weile, aber die Ergebnisse sind gemischt. Das mag eine ganze Reihe von Gründen haben – Vor- und Nachteile halten sich die Waage.

Vor- und Nachteile des neuen Verfahrens

Zu den Vorteilen gehört die Zeitersparnis, der Zwang zur Konzentration auf das wirklich Wichtige und das Gefühl, im informellen, persönlichen Gespräch mit einem Dienstleister einen authentischen Eindruck von seiner Arbeitsweise zu bekommen.

Andere Elemente des neuen Speed-Pitches stellen allerdings ein Risiko dar. Das Unternehmen verlässt sich stärker auf den „menschlichen Faktor“ – darauf, dass man auf einer Wellenlänge mit dem Dienstleister liegt.

Und es gibt sich mit weniger Inhalt zufrieden: In einem kurzen, in seinem Verlauf weitgehend improvisierten Gespräch kann ein Dienstleister seine Schlüsselqualifikationen unter Beweis stellen. Aber Wissen, das er nicht hat, wird er in der Kürze der Zeit nicht herbeischaffen können. Das Unternehmen verlässt sich darauf, dass der freundliche Mensch, der 20 Minuten lang seinem strategischen und kreativen Denken freien Lauf lässt, schon irgendwie kompetent sein wird.

Versprechen statt Vorleistung

Mit anderen Worten: Das Unternehmen gibt sich mit einer Beta-Version des Dienstleisters zufrieden und vertraut darauf, dass man sich schon irgendwie aufeinander einstellen und die nötigen Leistungen schon irgendwie erbringen wird. Wenn ein Unternehmen bereit ist, seinen Dienstleister auszubilden, mag das funktionieren. Ob das aber über Kurz oder Lang Zeit, Geld und Nerven spart, steht in den Sternen. Der Kampf Koffein gegen Agenturhund geht in eine neue Runde. 

Bis dahin unterstützt NIMIRUM Sie beim perfekten Pitch. Erzählen Sie uns, was Sie bewegt – wir loten aus, wie Sie Ihren Unternehmenskunden beeindrucken können. Schreiben Sie an sales@nimirum.info oder rufen Sie an: 0341 580 680 73. Auch wenn Sie noch nicht die perfekte Frage haben: Den perfekten Pitch schaffen wir gemeinsam!

Wir empfehlen Ihnen folgende Zitierweise:
Fricker, Christophe: „Neues Pitchverfahren gibt sich mit Beta-Version zufrieden”, unter: https://www.nimirum.info/insights/b_067-neues-pitchverfahren-gibt-sich-mit-beta-version-zufrieden/ (abgerufen am 7/12/2018).

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Christophe Fricker

Dr. Christophe Fricker

Managing Partner

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