Menü
Kontakt

Kolumne: Was Charlie mir bedeutet // Ein Bekennerbrief von NIMIRUM-Inhaber Dr. Christophe Fricker
#91 4/01/2017 Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten.

Attentate und Demonstrationen bewegen die Debatte um Interkulturalität und Integration.

Die Ereignisse der letzten Tage sind wohl sehr vielen von uns nahegegangen. Auch mir. Erlauben Sie mir aus diesem Anlass einige persönliche Worte.

Mit meiner Kollegin Anja Mutschler habe ich vor gut vier Jahren ein Unternehmen gegründet, dessen Kunden in vielen Ländern tätig sind. Wir haben in unserem täglichen Geschäft mit Menschen zu tun, die wiederum aus vielen Ländern stammen – mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Kunden. Wir haben eine ganze Reihe von Projekten bearbeitet, die mit der arabischen Welt zu tun haben. Gerade im Moment laufen zwei Projekte mit Frankreich-Bezug. Unser Geschäft ist die Recherche: Wir wollen Unternehmern und Agenturleuten Wissen über andere Kulturen vermitteln – über Märkte und Menschen, ihre Traditionen und Hoffnungen. Über ihre Werte und über das, was ihr Zusammenleben spannend macht.

Beim Blick auf andere Kulturen sehen Unternehmer – genau wie viele andere auch – Risiken und Chancen. Wir sehen die Gefahr, anderen auf die Füße zu treten, und wir sehen die Chance, mit uns bisher fremden Menschen ins Gespräch zu kommen über die Themen, die uns und sie beschäftigen.

Zum Marketing gehört oft auch die Provokation. Zur Innovation gehört immer auch der Abschied von liebgewonnenen Gewohnheiten.

Mit welcher Aussage, mit welchem Bild und mit welcher Handlung ich einen anderen Menschen provoziere, lässt sich im Vorhinein oft sehr gut einschätzen. Viele Provokationen beruhen darauf, wunde Punkte anzuspielen.

Wir als Unternehmen agieren, genau wie die überwältigende Mehrzahl unserer Kunden, in einem marktwirtschaftlichen System, das in eine freiheitlich-demokratische Grundordnung eingebettet ist. Hier darf man provozieren, und hier muss man sich oft provozieren lassen, selbst wenn einem das unbequem ist. Man darf sich auch wehren. Man darf sich mit vielerlei Mitteln mit Provokateuren auseinandersetzen. Provokation und Replik – beide! – haben sich an gewisse Spielregeln zu halten, aber das Spielfeld ist außerordentlich groß.

Unsere Kunden wollen nicht in erster Linie provozieren. Mit ihnen entwickeln wir in der Regel Konzepte, die auch darauf ausgelegt sind, Respekt für die Eigenart eines bestimmten Marktes und seiner Mentalität zu zeigen. Diese Mischung aus Provokation und Respekt – die genießen wir.

Und zu der Ordnung, die sie ermöglicht, bekennen wir uns ausdrücklich.

Dass es engagierte Medien gibt, die informieren und unterhalten, und dass es Parteien, Gemeinden, Unternehmen, Verbände und Vereine gibt, in denen Menschen tätig werden können, wenn ihnen etwas nicht gefällt und wenn ihnen etwas am Herzen liegt, ist ein hohes Gut. Mit denen, die es geringschätzen, indem sie es nicht in Anspruch nehmen, und mit denen, denen die Würde eines jeden anderen Menschen nicht heilig ist, setzen wir uns auseinander, so gut wir es können.

Als Wissensdienstleister, der Informationen liefert, auch über Vorurteile, und als Anbieter von Kulturchecks für die internationale Unternehmenskommunikation liegt uns dies besonders am Herzen.

Als deutsch-französischer Doppelstaatler hat mich der gemeinsame Moment des Innehaltens von Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Hollande sehr beeindruckt. Auch dieser inzwischen schon viele Jahrzehnte währenden Einigkeit haben wir vieles zu verdanken.

Bitte verzeihen Sie es mir, wenn ich mit diesen emotionalen Worten die Gepflogenheiten eines Infoletters verletzt habe. Ich nehme es Ihnen nicht übel, wenn Sie mich darauf hinweisen.

Dr. Christophe Fricker ist Inhaber von NIMIRUM, dem Wissensdienstleister mit internationalem Expertennetzwerk.

Wir empfehlen Ihnen folgende Zitierweise:
Fricker, Christophe: „Kolumne: Was Charlie mir bedeutet // Ein Bekennerbrief von NIMIRUM-Inhaber Dr. Christophe Fricker”, unter: https://www.nimirum.info/insights/b_091-kolumne-was-charlie-mir-bedeutet-ein-bekennerbrief-von-nimirum-inhaber-dr-christophe-fricker/ (abgerufen am 7/12/2018).

Ein Thema, mit dem Sie beruflich zu tun haben?


Christophe Fricker

Dr. Christophe Fricker

Managing Partner

Dann helfen wir Ihnen, auf dem Laufenden zu bleiben. Nimirum bespielt fundiert eine Bandbreite anThemen, die für Menschen und Märkte derzeit interessant sind. Abonnieren Sie unseren Infoletter, der Ihnen regelmäßig alle Insights zusammenfasst. Oder buchen Sie eine Research von Nimirum, die Ihnen komplett und maßgeschneidert dieses Thema aufbereitet. Schauen Sie hier, was wir im Angebot haben oder kontaktieren Sie Christophe Fricker direkt als Ihren Ansprechpartner für Research-Projekte.

Kontakt mit Christophe Fricker

Dieser Artikel ist ihnen etwas wert:

Diesen Artikel bewerten:

Weitere verwandte Artikel lesen


Interkulturelles Weihnachtsessen – Worauf Sie achten müssen #219 – 22/12/2017

Weihnachtstraditionen gibt es viele und die hören beim Weihnachtsessen nicht auf. Wir zeigen Ihnen die ungewöhnlichen und alltäglichen Weihnachts- und Wintergerichte, die unsere Länderexperten für Schweden, Frankreich und Polen gesammelt haben. In einem anderen Land gibt es dagegen statt aufwendigen Weihnachtsgerichten meistens eher einen Eimer KFC.

„Nachhaltige Vernetzung nötig“ – Demenznetzwerke.de im Gespräch #215 – 28/11/2017

Der Patient von heute informiert sich online: Eine neue Gattung Gesundheitsportale ist dabei entstanden, die nicht nur den Patienten, sondern immer häufiger auch andere Anspruchsgruppen informiert: Politik, Pharmaunternehmen, medizinische Start-Ups, Krankenkassen. NIMIRUM nimmt die neuen Spezialportale unter die Lupe, in Folge 2: Demenznetzwerke.de.

„Informativ nicht investigativ“ - Leafly.de im Gespräch #198 – 4/08/2017

Der Patient von heute informiert sich online: Eine neue Gattung Gesundheitsportale ist dabei entstanden, die nicht nur den Patienten, sondern immer häufiger auch andere Anspruchsgruppen informiert: Politik, Pharmaunternehmen, medizinische Start-Ups, Krankenkassen. NIMIRUM nimmt die neuen Spezialportale unter die Lupe, in Folge 1: Leafly.de, das über medizinisches Cannabis informiert.

Future of Finance: Rebellion der Schalterschlange #197 – 26/06/2017

Maik Klotz, eine Art Supercoach der Bankenwelt, hat sein Image weg. Eines, das er sich jedoch selbst gegeben hat: Rebell mit Tattoo, Quertreiber auf der Bühne, Non-Konformist in einem konservativen Gewerbe – das, so betont er während des Themenboost-Interviews von NIMIRUM, endlich aufwachen müsse und anfangen, seine Kunden „zu verstehen“.

Future of Finance: Fintechs – Vorsicht am Bahnsteig! #196 – 20/06/2017

Über Fintechs wird viel geredet. Große Erwartungen sind mit den kleinen Apps verbunden: Eine Revolution des Finanzwesens und unseres Geldes. Doch beim Geld ist immer etwas mehr Vorsicht geboten. Banken und Aufseher nehmen Fintechs nicht nur wegen ihrer Chancen ernst. Viele haben Sorgen, dass der Zug beim Anrollen einen zu starken Sog entwicklen könnte, gerade für Nachzügler wie Deutschland.

Future of Finance: Brauchen wir Nachhaltigkeit? #195 – 7/06/2017

"Nachhaltigkeit" kostet ein Unternehmen nur Geld und gehört hauptsächlich in die PR- und Marketingabteilung. Ein Betrieb muss zuallererst Gewinn machen, bevor er sich diesen "Luxus" leisten kann. Diese Aussage werden wohl immer weniger Firmenchefs unterschreiben.

Future of Finance: 7 Thesen zur Digitalisierung von Banken #194 – 6/06/2017

Warum sehen Banken die Digitalisierung nicht als echte Chance und weigern sich tiefgreifende Veränderungen zu unternehmen, um zukunftsfähig zu sein? Die 7 Thesen sind Erklärungsversuch und Diskussionsgrundlage für dieses komplexe und vielschichtige Thema.

Groß, schlank, blond? Wie sich Schönheitsideale verändern #193 – 3/05/2017

Groß, schlank, blond, natürlich? Gilt dieses Schönheitsideal heute noch – und für alle Frauen in Deutschland? In einer vielfältigen Gesellschaft mit unterschiedlichen Kulturen und Weltanschauungen existieren verschiedene Vorstellungen von Schönheit und Körperbewusstsein – die auch die Schönheitsstandards und das Modebewusstsein der Mehrheitsgesellschaft nachhaltig verändern.

Fettnapf-Alarm: Internationalisierung in Marketing und PR #192 – 31/05/2017

Werber wissen: Bei Claims kann schnell etwas schiefgehen. NIMIRUM hat im Lauf der Jahre lustige und überraschende Insights in seinem Blog gesammelt. Eine Zusammenfassung aus vier Jahren „Fettnäpfchen-Alarm“.

„Freiheit, nicht Überwachung!“ – Cornelia Daheim im Gespräch #191 – 20/03/2017

NIMIRUM befragte im Rahmen seines Themenboosts mit Cornelia Daheim eine der weltweit führenden Zukunftsforscherinnen zu New Work im Hinblick auf Inklusion, und was das ihrer Meinung nach mit Freiheit und Überwachung zu tun hat.