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Expertenbeitrag: Kinder? Lieber nicht!
#111 23/07/2015 Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten.

Durch eine seit Jahrzehnten niedrige Geburtenrate (derzeit liegt sie bei 1,4 Kindern pro Frau) und die steigende Lebenserwartung altert die deutsche Bevölkerung sehr stark. Aber ist das wirklich schlimm? Unsere Expertin analysiert.

Die Auswirkungen die Alterung der Bevölkerung sind enorm. NIMIRUM recherchiert regelmäßig zu demographischen und Milieu-Fragen. Unsere Expertin Annkathrin Knorr fasst in diesem Beitrag Chancen der Alterung zusammen. Handlungsempfehlungen zu Ihren Fragen erstellen wir gern. Kommen Sie auf uns zu!


In NIMIRUM-Auftragssystem zum Begriff Demographie vermerkte Themen:
+ Parentship in the EU: Desktop Research on Debates and Trends for Marketing Purposes
+ Generation Y: Wissenschaftlicher Forschungsstand (Deutschland)
+ Architektur für Silver Ager: Themen und Trends
+ Experten-Umfrage für die Skills der zukünftigen Arbeitswelt

Expertenbeitrag: Ist Altern ein Drama?

Kinder? Lieber nicht! Durch eine seit Jahrzehnten niedrige Geburtenrate (derzeit liegt sie bei 1,4 Kindern pro Frau) und die steigende Lebenserwartung altert die deutsche Bevölkerung sehr stark. Nach jüngsten Berechnungen der Bertelsmann Stiftung werden im Jahr 2030 über 6,3 Millionen Menschen älter als 80 Jahre sein, während die Bevölkerung Deutschlands insgesamt um ca. 0,7 % schrumpfen wird. Damit gibt es 2030 ca. 47 % mehr Über-80-Jährige als derzeit. Doch ist die Alterung der Bevölkerung wirklich so dramatisch? 


Alterung hat auch positive Aspekte

Die drastische Veränderung in der Alterszusammensetzung der Bevölkerung hat vielfältige Auswirkungen auf alle Bereiche unserer Gesellschaft, doch nicht alle davon sind negativ. So ist die steigende Lebenserwartung der Menschen prinzipiell natürlich etwas Gutes, zumal immer mehr Menschen bei guter Gesundheit alt werden. Bei den Kindern, die noch geboren werden, handelt es sich oftmals um Wunschkinder, die sehnsüchtig erwartet wurden. Junge Menschen können dank moderner Verhütungsmethoden und der Pluralisierung der Lebensformen heute selbst entscheiden, ob sie Kinder bekommen oder nicht – und wenn ja, wie viele.


Arbeitgeber in der Pflicht

Die alternde Bevölkerung ist Chance und Herausforderung zugleich. Durch die abnehmende Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter müssen Unternehmen zukünftig besonders viel tun, um weiterhin als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Sie müssen sich den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen anpassen und z. B. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern, um mehr junge Frauen als Arbeitnehmer zu gewinnen. Doch auch Migranten und Menschen mit geringer formaler Bildung sollten vermehrt in den Fokus gerückt werden. Arbeitsplätze müssen außerdem so gestaltet sein, dass die Menschen lange ihrem Beruf nachgehen können. Lebenslanges Lernen und eine Wertschätzung der Kompetenzen älterer Arbeitnehmer werden immer wichtiger. 


Senioren genießen anders
Auch, wenn zukünftig eine Zunahme der Altersarmut zu erwarten ist, verfügen viele Senioren aktuell noch über ausreichend viel Geld, um ihren Lebensabend zu gestalten. Sowohl für die rüstigen Rentner, die ihren Ruhestand aktiv und bei guter Gesundheit genießen, als auch für die steigende Zahl der Pflegedürftigen müssen passende Produkte und Dienstleistungen angeboten werden. Ganz wichtig ist dabei der Bereich Wohnen: Die Pluralisierung der Lebensformen betrifft auch das Leben im Alter und deswegen werden zukünftig viele verschiedene Wohnmöglichkeiten für ältere Menschen benötigt.

Annkathrin Knorr ist Soziologin (M. A.). Ihre Studienschwerpunkte waren unter anderem Familien- und Bildungssoziologie, die Soziologie des Lebenslaufs, soziale Ungleichheit und die Methoden der empirischen Sozialforschung. Während eines Praktikums in der Bertelsmann Stiftung konnte sie außerdem umfassende Kenntnisse zum demographischen Wandel erwerben.

Wir empfehlen Ihnen folgende Zitierweise:
Knorr, Annkathrin: „Expertenbeitrag: Kinder? Lieber nicht!”, unter: https://www.nimirum.info/insights/b_111-expertenbeitrag-kinder-lieber-nicht/ (abgerufen am 7/12/2018).

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Anja Mutschler

Anja Mutschler

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