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Mobilität in China – ein Vorbild?

Mobilität in China – ein Vorbild?
#209 27/09/2017 Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten.

Genau wie Deutschland investiert China in die Entwicklung von alternativen Antriebssystemen. Doch ganz im Gegensatz zu Deutschland scheinen Elektroautos in der Volksrepublik auch in der alltäglichen Verwendung realistisch angelegt zu sein.

Genau wie Deutschland investiert China in die Entwicklung von alternativen Antriebssystemen. Doch ganz im Gegensatz zu Deutschland scheinen Elektroautos in der Volksrepublik auch in der alltäglichen Verwendung realistisch angelegt zu sein.

Das liegt mitunter daran, dass die chinesische Regierung sich der Förderung von Elektromobilität mit scheinbar höchster Priorität annimmt. Der Käufer eines Elektroautos wird mit umgerechnet bis zu 7000€ und weiteren Steuervergünstigungen belohnt. Zudem bekommt man mit einem Fahrzeug, welches alternativ angetrieben wird, schneller eine Zulassung, während sich dieser Vorgang für Autos mit Verbrennungsmotor deutlich schwieriger gestaltet. Weiterhin kümmert sich die chinesische Regierung darum, dass im ganzen Land Ladestationen für E-Fahrzeuge aufgebaut werden. Weigert sich ein Immobilieninhaber gegen den Bau einer solchen Ladesäule auf seinem Grundstück, wird er sogar bestraft.

Einer der Gründe für dieses Engagement ist der Kampf gegen die immense Luftverschmutzung in den Ballungsgebieten. Außerdem ist die Weltherrschaft über den Markt der Elektrofahrzeuge Teil des Wirtschaftsplans auf dem Weg zur Hightech-Supermacht. 2016 wurden bereits 500 000 Fahrzeuge mit alternativem Antrieb verkauft, das sind rund zwanzigmal mehr als in Deutschland. Die chinesische Regierung möchte in drei Jahren sogar 5 Millionen alternativbetriebene Fahrzeuge auf den Straßen ihres Landes sehen. Dabei sollen zwei von fünf Fahrzeugen gänzlich ohne Verbrennungsmotoren auskommen. China lässt Deutschland in puncto Elektromobilität blass aussehen.

Nichtsdestotrotz könnte die Revolution der Automobilindustrie im Münchner Vorort Ismaning beginnen. Dort sitzt das chinesische Start-Up FMC-Future Mobility Corporation GmbH mit dem Anliegen: „[…] das Apple der Automobilindustrie werden.“ Hinter dem Start-Up stehen die drei mächtigsten Konzerne Chinas: der Internet-Gigant Tencent, der iPhone-Fertiger Foxconn und der Großhändler Harmony. Diese drei Riesen haben sich zwei renommierte deutsche Automobilmanager geangelt und wollen nun deutsche Produktionsqualität mit chinesischer Kostenstruktur und IT-Kompetenz verknüpfen, um den Markt der Elektrofahrzeuge zu erobern. Die Vision sind autonom fahrende mobile Wohn- und Arbeitszimmer. Das erste Projekt ist ein rundum vernetzter Geländewagen, welcher schon übernächstes Jahr auf den Markt kommen soll. Für etablierte Automobilhersteller ist solch eine Produktionszeit unvorstellbar. Doch FMC erkennt seinen Vorteil als Neueinsteiger: keinen Ballast aus der Vergangenheit, keine langwierigen Umstellungsprozesse. Die ganze Energie kann auf die Entwicklung des geplanten Produkts verwendet werden.

Während wir gespannt auf das Projekt des chinesischen Start-Ups warten, können wir uns zwischenzeitlich mit der folgenden Infografik vergnügen und Chinas Automobillandschaft erkunden.

© Konfuzius-Institut Leipzig e.V. © Konfuzius-Institut Leipzig e.V., Keine Weiterverbreitung ohne ausdrückliche Erlaubnis

Mehr spannende Informationen zum Thema Mobilität in China finden Sie hier: KI-Magazin: https://issuu.com/konfuziusinstitut

Wir empfehlen Ihnen folgende Zitierweise:
NIMIRUM: „Mobilität in China – ein Vorbild?”, unter: https://www.nimirum.info/insights/b_209-mobilitaet-in-china/ (abgerufen am 3/12/2019).

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Anja Mutschler

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