50 Cents zur Hypermotion von Alfred Fuhr

Auch in diesem Jahr war NIMIRUM wieder auf der Hypermotion unterwegs und stellte die Methode der Mobilitäts-Biographien vor. Alfred Fuhr berichtet auch von seinen Eindrücken als Besucher der Messe und von interessanten Gesprächen und Begegnungen.

Hypermotion – Klappe – die Dritte

Gleich auf den ersten Blick sieht man, was sich gegenüber dem Vorjahr geändert hat: Ein neuer Raum. Mehr Bühnen, und die Aussteller sitzen wie auf Inseln mit breiten Durchgängen, um die Tiefe des Raumes für die Hypermotion zu nutzen. Schon diese Veränderung schafft Klarheit. Und es wird auch mehr und mehr von den Teilnehmern verstanden, dass die Hypermotion mit mindestens zwei Menschen pro Stand ausgerüstet sein muss, damit genügend Zeit bleibt, selbst über die Messe zu gehen.

Walk & Talk – Suchen & Finden – aber ohne Organisation passiert eben keine Kommunikation.

Dafür haben die Verantwortlichen aus Marketing und Kommunikation noch mehr Verweilorte und Pausenräume mit Sitzmöbeln und Sitzkissen zum Relaxen bereitgestellt, und sehr bequeme Sitzgelegenheiten dazu. Und natürlich gab es auch das, was wir für die Startup- und Test- und „Lass uns ma was machen“-Atmosphäre brauchen. Ein Kicker. Gutes W-LAN.

Die Konferenzbühnen ließen gerade so viel Einblicke zu, und so viel an Akustik raus, dass man im Vorbeigehen etwas davon mitbekam, aber wenn man einem Vortrag folgen wollte, sich im Publikum befinden musste. Auch dass man sich dazu kurz durch Scannen des Tickets registrieren musste, schaffte eine gewisse Verbindlichkeit, und so störte man sich auch nicht gegenseitig.

Medien jedweder Art filmten mit – von der Fernsehkamera bis zum Smartphone. Es wurden Podcasts und Interviews gemacht, das Wichtigste blieb aber das Gespräch, zu zweit, zu dritt, und die vielen kleinen Runden im Raum, alles das half mit, dass man eigentlich niemanden übersah oder lange suchen musste. Auch Informationen darüber, was gerade wann und wo passierte, und an welchem Stand man wen treffen konnte, waren schnell zu ermitteln. Schnell musste es beim Speed Dating der Startups gehen, und auch die Essensaufnahme, und vor allem die Getränke waren in Sichtweite. Auch dort gab es viel Raum, die am Stand angerissenen oder aus der Bühnenpräsentation mit einem der Referent*innen begonnenen Gespräche zu vertiefen. Oder mit einem zufällig wieder Getroffenen weiter zu führen. Die Hypermotion machte die Art Begegnungen möglich, die Fremdheit unter den Teilnehmenden in Vertrautheit und Vertrauen verwandeln kann. Dabei halfen im Hintergrund die Kontakter, die von Teilnehmer*innen erfragten, wer oder welche Aussteller als Gesprächspartner gewünscht wurden, und diese dann zusammenbrachten.

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Was wurde gewünscht? Einige Aussteller hatten früher als andere den Bogen raus, egal ob sie Talente, Studierende, oder einen Vertreter eines Startups kennen lernen wollten. Wer selber aktiv wurde, der begann das Gespräch zunächst mit dem Nachbarstand, um sich dann von Empfehlung zu Empfehlung weiter durch den Raum zu bewegen. An allen drei Tagen wurde so wiederholt, was zu wiederholen sich anbot, oder es wurde besprochen, was zu besprechen war. Und man konnte auch einfach nur Window Shopping machen, denn es gab außer den Menschen auch genug Filme, Objekte, Prototypen und Fahrzeuge zu sehen. Wer das Fahrzeug vor der Messe schon cool gefunden hatte, der konnte ein zweites in der Halle 1.2. ausprobieren oder sich ansehen, was es für die Micromobility an Cargo Bikes, an kleinen Elektrofahrzeugen oder Fahrzeugplattformen gibt – das war durch den E-Testival-Parcours möglich. Über die Art des Antriebs brauchen wir nicht mehr zu diskutieren. Man geht zu Fuß oder man radelt, oder man lässt sich elektrisch bewegen. Und wer es etwas futuristischer haben will, der konnte sich anhand eines Modells auf der Hypermotion zeigen lassen, wie man hyperloopt. Die Hypermotion zeigt inzwischen das ganze Bild, der vernetzten „Logistics & Mobility“ wie sie weltweit und von der ersten bis zur letzten Meile inzwischen digitalisiert und damit im Netz auffindbar ist. Von Satelliten aus dem Raum überwacht, oder nur um harmlose Lieferdrohnen von Angreifern im Luftraum unterscheiden zu können.

Die Hypermotion zeigt inzwischen wie alles miteinander zusammenhängt, ob es vernetzt wird oder nicht. Mein persönliches Highlight war die Vorstellung der Mobilitätsbiographie-Methode durch Anja Mutschler.

Alfred Fuhr
Zur Person
Alfred Fuhr ist Verkehrssoziologe, leitete von 1998 bis 2010 das AvD-Institut für Verkehrssoziologie und veröffentlichte verschiedene Forschungsarbeiten. Seit 2011 ist er freiberuflich als Berater mit dem Spezialgebiet Verkehr und Mobilität und berät unter anderem das Projekt Energie City Leipzig. Mit seinem Bureau für Kundensoziologie „Das Fuhrwerk“ leistet er Risikofeststellungen zu allen Themen der Verkehrssicherheit, (Geisterfahrerunfälle, illegale Autorennen, Gaffer, Ablenkung durch Smartphone etc.) und veröffentlicht O-Töne, Hörfunkbeiträge, Interviews und Beiträge zu Elektromobilität, Selbstfahrenden Autos, Datensouveränität und Verbraucherschutz.
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