Die Zeit der Entspannung: (Digital) Health und Wellness als Themen der Zukunft

„Was zuerst eine Zwangsentspannung war, wird zukünftig einen deutlichen Einfluss auf unser Leben haben – und die Themen Gesundheit und Wellness erlangen als Folge dieser Gesundheitskrise eine größere Bedeutung für die Menschen.“ - Eines unserer #expertstatements von Dr. Astrid Nelke.

Dieser Beitrag erschien als Teil unserer #expertstatements

Mitte März 2020 schien die Welt still zu stehen – von einem Tag auf den anderen hieß es Lockdown in Deutschland und vielen anderen Ländern der Erde. Die Corona-Pandemie zwang die Menschen, zu Hause zu bleiben und ihr gewohntes Leben umzustellen. Homeoffice statt Büro, selber Kochen statt Restaurant, Yoga- und Pilates-Videos statt Fitnessstudio und Schwimmbad – die Menschen saßen zu Hause und mussten sich mit sich selbst beschäftigen. Diese nicht selbstgewählte Entschleunigung gibt uns Zeit, darüber nachzudenken, was uns wirklich wichtig ist und führt zu einer zunächst unfreiwilligen Reduzierung in allen Lebensbereichen. Was zuerst eine Zwangsentspannung war, wird zukünftig einen deutlichen Einfluss auf unser Leben haben – und die Themen Gesundheit und Wellness erlangen als Folge dieser Gesundheitskrise eine größere Bedeutung für die Menschen.

In der Literatur begann die Zeit der Gesundheit um die Jahrtausendwende im Jahr 2000 – im so genannten 6. Kondratieff-Zyklus wird Gesundheit der wichtigste Motor für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. Der russische Wissenschaftler Nikolai Dmitrijewitsch Kondratieff (1892-1938) gilt als der Begründer der ‚Theorie der langen Wellen‘ – zentrale Bedeutung für die jeweilige Welle hat eine bestimmte Basisinnovation (Dampfmaschine, Eisenbahn, Elektrotechnik, Automobil, Informationstechnik und nun Gesundheit).

Alle Länder, die sich bereits früh auf das Gesundheitswesen mit seinen Basisinnovationen psychosoziale Gesundheit und Biotechnologie ausgerichtet haben, konnten die Rezessionen in 2000-2003 und 2008 am besten überwinden. Seit 2000 sind beispielsweise zwei Drittel der neuen Arbeitsplätze in den USA im Gesundheitssektor entstanden. Auch die deutschsprachigen Länder haben ihr Gesundheitswesen gut ausgebaut – ihre gute Entwicklung in den letzten Jahren ist zumindest teilweise hierauf zurückzuführen.

Die Wichtigkeit von Gesundheit und damit zusammenhängend auch von Wellness zeigt sich darin, dass die Menschen in allen entwickelten Ländern bereit sind, für die Dualität Körper und Geist viel Zeit und Geld zu investieren. Ob Yoga oder Meditation, regionale Biolebensmittel, Cannabidiol (CBD)-Produkte zur Entspannung, innovative Arzneimittel oder Waldspaziergänge als neue Therapieform – körperliche und mentale Bedürfnisse rücken so weiter in den Vordergrund. Da die Menschen immer älter und damit länger medizinisch versorgt werden müssen, gewinnt diese Entwicklung zukünftig weiter an Bedeutung. Die Corona-Krise und ihre mittelfristigen Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben pushen diesen Trend – Gesundheit erlangt eine zentrale Bedeutung im täglichen Leben.

Einerseits werden zukünftig der 5. (Informationstechnik) und 6. Kondratieff-Zyklus miteinander verschmelzen – die Digitalisierung wird für die Bereich Health und Wellness wichtiger und deren Entwicklung noch weiter voranbringen. Auf der anderen Seite werden wir an vielen Stellen Reduktionen sehen, Minimalisierung in Bezug auf Kleidung und Möbel hielt mit Marie Kondo schon vor Corona Einzug in viele Leben. An Dienstreisen, Fahrzeiten in entfernte Bürogebäude und Urlaubsreisen werden die Menschen zukünftig sichtbar sparen - vielleicht erleben wir auch eine deutliche Reduktion und Fokussierung im Konsumverhalten. Schlaf, zuverlässige und stabile Beziehungen, Kultur und eben Gesundheit werden die Gewinner dieser Entwicklung sein.

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Dr. Astrid Nelke
Zur Person
Prof. Dr. Astrid Nelke studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der FU Berlin, wo sie 2008 auch promovierte. Nach Stationen in der Konzernpolitik der Deutschen Lufthansa AG, der Bundesgeschäftsstelle der CDU Deutschland und als Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei einem Arbeitgeberverband in der Baubranche ist sie als Hochschullehrerin für Unternehmenskommunikation und Innovationsmanagement an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management in Berlin tätig. Daneben berät sie mit ihrem Team von know:bodies Unternehmen und Organisationen zu den Themen interne und externe Kommunikation sowie Innovationskommunikation und Employer Branding.
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