Ausgepackt: Der Lebenszyklus einer Verpackung

Wie kann man den kompletten Lebenslauf einer Verpackung nachvollziehen - von der Produktion bis zur Entsorgung? Und wo bleibt dabei die Nachhaltigkeit? Ein Tool, das sich für umfassende Ökobilanzen als sinnvoll erwiesen hat, ist die Lebenszyklus-Analyse.

Wenn wir die Nachhaltigkeit einer Verpackung betrachten, kommen eine Menge Faktoren ins Spiel. Ein hilfreiches Werkzeug hierbei: die Lebenszyklusanalyse. Bei dieser Art der „Ökobilanz“ handelt es sich um eine ganzheitliche Betrachtung des gesamten Lebensweges eines Produktes bzw. seiner Verpackung. Das heißt, alle Faktoren, die während dieses Lebensweges eine Umweltwirkung ausweisen, werden betrachtet und bewertet („from cradle to grave“, „von der Wiege bis zur Bahre“).

Eingeschlossen sind dabei notwendige Eingriffe in den Naturhaushalt zur Schaffung landwirtschaftlicher Produktionsflächen ebenso wie begleitende Maßnahmen beim Anbau (wie Düngung oder Pestizideinsatz), Produktion, Logistik und den Transport zum Verbraucher und schließlich die Entsorgung bzw. Wiederverwendung. Dabei werden sämtliche umweltrelevante Entnahmen aus der Umwelt sowie die Emissionen in die Umwelt bewertet.

 Der grüne Schein kann trügen

Auch sogenannte „alternative“ Verpackungsmaterialien mit Nachhaltigkeitsanspruch müssen einer solchen ganzheitlichen Analyse unterzogen werden, um die Einlösung ihres Anspruches überprüfen zu können. Die alleinige Verwendung eines naturnahen Ausgangsstoffes, umweltverträglicherer Transportmittel oder die Möglichkeit zur Kompostierung reichen daher für den Anspruch auf Nachhaltigkeit nicht aus.

Was die Sache dabei noch komplizierter macht: Das, was durch die Wahl eines alternativen Ausgangsstoffes an geringerer Umweltwirkung an einer Stelle in dieser Bilanz gewonnen werden kann, kann an einer anderen Stelle des Stoffkreislaufes, z.B. aufgrund eines notwendig höheren Aufwandes bei der Entsorgung oder Wiederverwendung, wieder verloren gehen.

Erst in der Gegenüberstellung solch ganzheitlicher Bilanzierungen lassen sich schließlich Materialien und Verpackungssysteme sinnvoll in ihrer Nachhaltigkeitsperformance vergleichen und bewerten. Ergebnisse solcher ganzheitlichen Bilanzierungen können z.B. zeigen, dass vorgeblich „guter“ Biokunststoff, der aus Zuckerrohr gewonnen wird, keine bessere, oder sogar eine schlechtere Umweltbilanz aufweist wie herkömmlicher Kunststoff.

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Was heißt dies für den Bereich der Lebensmittelverpackungen?

Hygiene, Gesundheit und der Verbraucherschutz müssen in die Umweltbilanz mit einfließen, denn: Die Effektivität des eingesetzten Materials muss auch in diesen Bereichen gemessen und verglichen werden.

Wie die vorangehenden Ausführungen verdeutlichten, sind alternative und nachhaltige Verpackungsmaterialien also nicht notwendigerweise das gleiche. Um die Sinnhaftigkeit und Funktionalität des Einsatzes von alternativen Verpackungsmaterialien zu bewerten, den Einsatz und die Entwicklung neuer Verpackungsformen gegeneinander abzuwägen und entsprechende Produktentscheidungen treffen zu können, ist die Bewertung der Verpackungslösung im Rahmen einer Lebenszyklusanalyse zentral. Insbesondere für Lebensmittelverpackungen sind dabei zwei Fragestellungen genauer zu betrachten:

  1. Die Frage, inwieweit der gewählte Verpackungsansatz eine Recyclingwirtschaft gewährleistet (im Rahmen der Lebenszyklusanalyse)

  2. Die Frage, inwieweit der Verpackungsansatz die Hygiene und Lebensmittelsicherheit sicherstellt.

 Nachhaltige Verpackungen definiert

Unser Vorschlag zur Definition einer nachhaltigen Verpackung lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:

 → Eine nachhaltige Verpackung zeigt die niedrigsten Umweltauswirkungen und genügt dem Primat der Kreislaufwirtschaft, wenn dies sinnvoll erscheint (ökologische Komponente). Grundlage für die Bewertung ist eine umfassende Lebenszyklusanalyse (Ökobilanzierung).
→ Die Verpackung schützt den Inhalt (Sicherheit, Gesundheits- und Verbraucherschutz) und ist ökonomisch vertretbar herzustellen.

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