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„Den Führerschein habe ich irgendwie hingekriegt, aber Autofahren war einfach nicht meins.“


Wie habe ich sie gehasst, diese endlosen Fahrten in der Münchner Straßenbahn, erst zur Schule und nach Hause, und dann abends, wenn man zusehen musste, dass man die letzte noch kriegte. Nichts, was für einen Teenager interessant war, spielte sich in der unmittelbaren Nähe meines Elternhauses ab. Da war es doch zwingend logisch, nach dem 18. Geburtstag einen Sommer lang zu jobben, um den Führerschein zu machen. Dann die Desillusionierung: Dieser Führerschein kostete nicht nur Geld, sondern man musste auch noch lernen, diese völlig schwachsinnige Maschine zu beherrschen. Kupplung, Gangschaltung, wozu sollte das gut sein? Den Führerschein habe ich irgendwie hingekriegt, aber Autofahren war einfach nicht meins. Da hilft es, urban zu wohnen, da fällt sowas nicht weiter auf. Erst kleine Unistädte, wo man zu der Zeit als Studentin noch zentral und in Uni-Nähe wohnen konnte, dann wieder eine Großstadt. Nie wieder musste ich allzu lange Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln ertragen. Dann kam der Sprung über den großen Teich. Hier war nicht Autofahren keine Option. Das war die Downside. Die Upside war, die Amerikaner hatten schon lange aufgehört, sich mit Gangschaltungen und Kupplungtreten herumzuschlagen. Man drückte aufs Gas und fuhr los, und wenn man anhalten wollte, auf die Bremse. Das war sehr praktisch und funktionierte auch ganz prima. Ich bin trotzdem nie so recht mit dem Autofahren warm geworden, und als ich nach fünf Jahren nach Deutschland zurückkehrte, habe ich mir mein Leben so eingerichtet, dass ich nie wieder auf ein Auto angewiesen sein werde. Wenn ich doch mal eins brauche, miete ich mir eins mit Automatikgetriebe.

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