Eine kurze Geschichte von Weihnachten

Maja Franke ist NIMIRUMs letzter Neuzugang im Oktober und stellt in ihrer Weihnachts-News nicht nur ihr Vanillekipferl-Rezept vor.

Liebe Leserin, lieber Leser,

als kleines Mädchen schrieb ich auf die Karte an meine Großeltern: “Wheinachten”. Es hörte sich so an. Bis meine Mutter mir erklärte, dass der Name für diesen Tag vom Wort “Weihe” kommt. Es ist die geweihte Nacht, in der mit der Geburt eines Babys eine neue Patchworkfamilie entsteht.

Eine kurze Geschichte von Wheinachten Weihnachten

Später lernte ich, dass das Fest überall auf der Welt gefeiert wird, jedoch mit unterschiedlicher Bedeutung. Als Ursprung des heute gefeierten Weihnachtens gilt das heidnische Fest der Wintersonnenwende. Schon die Römer feierten am 25. Dezember den Geburtstag ihres Sonnengottes Sol. Und die Germanen ein Fest namens “Jul”, was in den skandinavischen Sprachen noch heute “Weihnachten” bedeutet. Im Übergang vom römischen Sol-Glauben zum Christentum kommt das Feiern dieses Tages ungefähr um das Jahr 300 auf. Nachweisbar datiert ist es erstmals im Jahr 381, da fand das Konzil von Konstantinopel statt, und die christliche Kirche legte den 25. Dezember als konkreten Termin fest.

Im Judentum wird Chanukka, das Lichterfest, gefeiert. In diesem Jahr zwischen dem 10. und 18. Dezember. Die jüdischen Feste richten sich nach dem jüdischen Kalender, deshalb variieren ihre Daten, bezogen auf den allgemeingültigen, gregorianischen Kalender, von Jahr zu Jahr ein wenig. An Chanukka zündet man jeden Tag eine Kerze mehr am achtarmigen Chanukka-Leuchter an und die Kinder bekommen jeden Tag ein kleines Geschenk. Der Koran, die heilige Schrift der Muslime, enthält ebenfalls eine Geburtsgeschichte Jesu. In den Versen 22 und 23 der 19. Sure wird erzählt, dass Jesus in einem weit entfernten Ort und unter einer Palme geboren wurde. Auch hier wird das Wunder der Empfängnis dargestellt. Doch wird Jesus, genannt Isa, als Gesandter Gottes betrachtet und nicht, wie im Christentum, als sein Sohn.

Heute wird Weihnachten fast überall auf der Welt gefeiert, von Argentinien bis New Zealand, jeweils mit landeseigenen Traditionen. Süßes spielt meist eine tragende Rolle. Weihnachten war also vielleicht einer der ersten globalen Exportschlager unserer jüngeren Menschheitsgeschichte. Hier haben wir das noch einmal detaillierter aufgeschrieben. Mona und Björn haben außerdem ein kleines Quiz für Sie erstellt, das Sie ja vielleicht im familiären Videocall spielen möchten. Grundlage für unser Christmas-Candy-Quiz ist, so viel #kudos muss sein, übrigens eine Recherche unseres Schülerpraktikanten Paul in diesem Herbst.

Zur kleinen Weltreise rund um Weihnachten mit “süßen” Informationen geht’s hier.

Christmas home, sweet Christmas home

Was alle Menschen in dieser Zeit eint, ist das Bedürfnis nach – und die Vorfreude auf – bestimmte Süßigkeiten, die es nur in der Weihnachtszeit gibt. Meine Großmutter Ilse zum Beispiel machte die besten Vanillekipferl der Welt. Mit dieser Vorliebe für Plätzchen war sie (und bin ich) nicht alleine, wie diese Statistik zeigt:

Ich schätze, viele Familien haben – ähnlich wie bei einem vererbten Stollenrezept – auch ein Vanillekipferl-Rezept. Ich verrate Ihnen meines heute, es ist ganz simpel. (Senden Sie mir gerne Ihr Lieblingsrezept – noch ist Zeit zu backen.)

S’kipferlt heut – Ilses Vanillekipferl:

Gesamtzeit: 1 h, Arbeitszeit: 40 min, Backzeit: 10 - 15 min. Ergibt ca. 1 Blech. Trocken und luftig gelagert, sind sie noch einige Wochen haltbar. Aber soweit kommt es in den meisten Familien nicht.

Die Zutaten für den Teig verkneten. Danach in Folie gewickelt für 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. (Für Foliengegner: ein sauberes, feuchtes Küchentuch geht auch.) In der Zwischenzeit den Puderzucker in eine große Schüssel sieben und mit dem Vanillezucker vermischen.

Den Kipferlteig zu Rollen formen, die einen Durchmesser von ca. 4 cm haben. Die Rolle in 1 - 2 cm dicke Scheiben schneiden, daraus die Kipferl formen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Im Umluftherd bei 180 °C ca. 10 - 15 Minuten backen. Die Kipferl sind gut, wenn sie beginnen, braun zu werden. Kommen sie aus dem Ofen, etwas abkühlen lassen, in die vorbereitete Zuckermischung legen und von allen Seiten darin wenden.

Zutaten: 250 g Mehl = 38, 1% 210 g Butter = 32% 100 g Mandeln, gemahlen = 15, 2% 80 g Zucker = 12, 2% 2 Pck. Vanillezucker (16g) = 2, 4% 1 Prise Salz < 1% insg. 656 Gramm = 100%

Wir haben die Zutaten mal ein bisschen aufgeräumt, zur kreativen Freude der Betrachter. (Mathematiker und Physiker freuen sich bitte nur am Bild.)

Schauen wir über den Tellerrand der Religionen und Ländergrenzen, essen die Europäer genau so gerne Süßes wie wir. Und jedes Land hat seine typischen Süßigkeiten zu Weihnachten: Die reichen von Bûche de Noël (Frankreich) über Peppermint Bark (UK) bis hin zu Vihreitä kuulia (Finnland). Meine zauberhaften Kolleg:innen haben Ihnen (und mir) eine besondere Weihnachtsfreude bereitet – ein kleines (süßes) Weihnachtsquiz:

Das Weihnachtsquiz für Schleckermäuler ab 0 Jahren gibt’s hier

Ob wir in diesem Jahr unsere Großeltern, Eltern, Kinder, Kindeskinder oder unsere nicht verwandte Herzensfamilie sehen können – oder nur eine Wheinachts Weihnachtskarte schreiben – das hängt von vielen Faktoren ab. Wir wünschen Ihnen und all Ihren Lieben in jedem Fall frohe und friedliche Feiertage. Bleiben Sie gesund, wir sehen, hören oder lesen uns im nächsten Jahr.

Herzlich, Ihre

Maja Franke

Mit Anja Mutschler seit Oktober 2020 verantwortlich für Marketing und Vertrieb.

P.S. Anja Mutschler grüßt ganz herzlich.